August 26, 2019

Slowenien 25. August 2019

In Österreich noch an diesem wunderbaren Stausee gestartet, bin ich heute ganz gemütlich Richtung Slowenien aufgebrochen.
Über den Felbertauern- Tunnel war ich dann schon bald im Salzburgischen. An der Maut- Stelle der Autobahn hatte ich eine nette Begegnung mit einem Motorradfahrer.
Er war mit seiner schweren R 1200 GS unterwegs und freute sich, ein paar Worte mit jemandem wechseln zu können. Er ist Deutscher und arbeitet jetzt in einer Bank in Zürich: Vontobel. Wir kamen ins Schwatzen. Es war ein recht nettes Gespräch, es ging fast ins Philosophische;
Was man eigentlich mit dem ganzen Geld macht was man verdient, wofür man es benutzt, und was das alles soll, wenn man am Ende sowieso keine Zeit hat. Zeit um üben zu können, die Seele baumeln zu lassen. Weil wenn man die Zeit dann hat, kann man gar nicht mehr entspannen, weil man es nicht gelernt hat.
Er war früher auch EDV Dienstleister im Bergischen, hat dann aber die Selbstständigkeit aufgegeben, um sein Dasein als gut bezahlter Angestellter zu ‚fristen‘.
Wir waren beide froh als Alleinreisende, mal wieder jemanden zum schwarzen zu haben.
Ich wollte dann unbedingt noch in den nordöstlichsten Zipfel von Italien, um dort wenigstens noch einen Cappuccino zu trinken. Für einen Kaffeesüchtling wie mich immer wieder erfrischend, nur sehr humane Preise für besten Kaffee abdrücken zu müssen: Cappuccino 1,90 €.
Danach ging es dann gleich über die Grenze nach Slowenien , wobei es ja gar keine Grenzen mehr gibt zwischen den EU-Staaten. Was wirklich eine Wohltat ist. Auch die Tatsache, dass man überall ‚mit gleicher Münze‘ bezahlen kann. Das sollten sich die diversen EU-Meckerer mal vor Augen führen, wo wir wieder wären, wenn es die EU nicht gäbe. Natürlich muss noch viel passieren und permanent angepasst werden. Aber das ist ein Vorteil ist, wenn sich die Europäer heute frei bewegen können anstatt wie jeher seit Hunderten von Jahren übereinander herzufallen, darüber kann es ja wohl keinen vernünftigen Zweifel geben.



Ziemlich bald hinter der Grenze fing ich an, mir einen geeigneten Schlafplatz zu suchen. Ich war zunächst überrascht, wie aufgeräumt und wohlhabend  Slowenien zu sein scheint. Viel habe ich ja noch nicht gesehen, vielleicht ist es ja überall im Land so. Vielleicht zeigt mein Erstaunen auch schlecht meine Ignoranz und Unwissenheit. Nun habe ich gerade meinen 60. Geburtstag gefeiert und halte mich für einen progressiven, aufgeschlossenen Menschen. Dennoch erwische ich mich immer wieder dabei dass ich erstaunt bin, wenn ich in anderen Ländern etwas richtig gutes sehe. So als hätte ich es ‚denen‘ eigentlich nicht zugetraut. Der feine Rassismus des Unterbewussten. Sind das noch Reminiszenzen von dem alten deutschen Chauvinismus: „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“.


Die Wahl meines Schlafplatzes war diesmal jedoch nicht so clever. Es war zwar eine sehr schöne Umgebung, jedoch stellte sich heraus, dass ich unmittelbar vor dem Friedhof war und es bis spät abends und ab Früh schon wieder viele Besucher auf dem Friedhof gab. 
Da war das duschen (hatte ich in die Dunkelheit verschoben), sowie das rasieren etwas genant ob der Leute, die jeden Moment auftauchten oder hätten auftauchen können.


Am Ende wurde mir klar, dass man da nicht so zimperlich sein darf, wenn man sich schon dafür entscheidet, in der Semi- Öffentlichkeit auf seinem Dachzelt zu schlafen. Tatsächlich habe ich noch nie den Eindruck gehabt, dass sich jemand daran gestört hat, wenn ich irgendwo in meinem kleinen Dach-Reich genächtigt habe.


Ein Highlight ist ganz sicherlich immer der Kaffee am Morgen.


Die Frontseite des Dachzelt es hat schon richtig Charakter bekommen; 
Leider auf Kosten von ein paar hundert Insekten... 
gibt das eigentlich auch schlechtes  Karma?
😇




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