September 30, 2023

30.9.: Tiraspol-Chișinău-Iaši

Ich sitze am Busbahnhof von Tiraspol und lasse die beiden letzten Tage Revue passieren.
Meine Unterkunft, die ich über Airbnb gebucht hatte, war sehr passend, obendrein auch noch preiswert. Vor allem aber, und das war besonders schön: ich war eingebettet in einen familiären Kontext. Ich wurde morgens geweckt, um am Frühstück teilzunehmen. Ein stattliches Haus am Rande der City, mit Garten für Obst und Gemüse. Als Gast wohnte ich im ersten Stock im ehemaligen Kinderzimmer der Tochter. Sie ist aus dem Haus und arbeitet in Moskau.




Während man in Moldawien spürt, dass ein multiethnischer Hintergrund, den Alltag und das tägliche Leben bestimmt, wird man sich in Tiraspol sehr schnell bewusst, dass es ein homogener gesellschaftlicher Zusammenhang ist: russisch! Kyrillische Schrift allerorten, so dass ich so gut wie nichts lesen und verstehen kann. Ein guter Anreiz, vielleicht doch noch mal kyrillisch zu lernen. Das kann ja so schwer nicht sein, wenn es hier schon die kleinen Kinder können. ;-).



Es gäbe eigentlich viel zu erzählen, was ich über meine Gastgeber erfahren habe, direkt und indirekt. Aber ich möchte die Vertraulichkeit wahren, denn ich bin mir nicht sicher, welche Konsequenzen es für sie haben könnte, wenn ich im Internet Dinge schreibe, die für Sie unvorteilhaft wären. So möchte ich auch öffentlich nichts über ihre Berufe äußern, weil dies Rückschlüsse auf ihre Identität geben könnte.
Soviel sei aber gesagt: Transnistrien ist ein durch und durch von Russland abhängiger korrupter Nicht-Staat mit staatlichen Strukturen. Ökonomisch dominant ist ein Oligarch, der mit seinen Sheriff-Unternehmen einen beträchtlichen Teil der lokalen Geschäfte kontrolliert. Wer hier arbeitet, hat keine Wahl, als das Lied des Arbeitgebers zu singen. 


Ticket nach Chișinău, Hauptstadt Moldawiens 🇲🇩 


Busbahnhof Tiraspol 







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